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Alles begann mit Gutenberg
"Gutenbergs
Erfindung hat unsere Welt, unser Wissen und damit auch uns
selbst verändert. Die Wirkung seiner Arbeit hat fünfhundert
Jahre angehalten und ist, soviel können wir sagen, noch nicht
ans Ziel gekommen", schreibt der Literaturkritiker Raimund
Kemper. Gutenbergs Entwicklung eines Handgießinstruments um
1450 ermöglichte, beliebig viele Lettern einzeln in Metall
zu gießen, die in immer neuen Kombinationen wieder verwendbar
waren. Die neue Arbeitsweise verdrängte schnell Schreiber
und Kopisten und legte den Grundstein für die heutige Informationsgesellschaft
und damit auch für das Unternehmen Zeitung.
Debut als Intelligenzblatt
Während die ersten Zeitungen, die Ende des 16.,
Anfang des 17. Jahrhunderts auf den Markt drängten, politischen
und philosophischen Inhalts waren, schlug die Geburtsstunde
der so genannten "Intelligenzzettel", worunter Anzeigenblätter
zu verstehen sind, erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Als
der "Hanauer Anzeiger" 1725 als Vertreter dieser Gattung debütierte,
zählte Hanau zu den wenigen Städten in Deutschland, die sich
rühmen durften, einen Intelligenzzettel herauszugeben. Noch
war in keiner Weise abzusehen, dass diese Zeitung eines Tages
auf eine 275-jährige Geschichte zurückblicken und ihr das
Renommee gebühren werde, die zweitälteste noch erscheinende
Tageszeitung oder die älteste noch existierende Tageszeitung
mit Vollredaktion in Deutschland zu sein. Zwei Superlative,
die der "Hanauer Anzeiger" heute für sich in Anspruch nehmen
kann. Er feierte am 27. September 2000 seinen 275. Geburtstag.
Die erste Ausgabe des "Hanauer Anzeigers", der zur Zeit seiner
Gründung unter dem Titel "Wochentliche Hanauer Frag- und Anzeigungs-Nachrichten"
herausgegeben wurde, hatte sein Verleger und Redakteur Johann
Hieronymus Handwerk für den 27. September 1725 angekündigt.
Unter der Förderung des Landesherrn Graf Johann Reinhardt
erschien das Blatt, dessen Auflage um 180 Exemplare betragen
haben soll, einmal wöchentlich an jedem Donnerstag. Das Jahresabonnement
kostete einen Gulden, eine Bekanntmachung zwei Albus, umgerechnet
zwölf Pfennige. Begrenzt auf das lokale und regionale Umland,
diente der Intelligenzzettel zur Schaltung amtlicher Bekanntmachungen
und von Anzeigen aller Art. Erster Drucker war Johann Jacob
Beausang, seine Offizin lag "an dem Graben neben dem Carpen"
an der Südseite des heutigen Freiheitsplatzes.
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