Sonntag, 5. Februar 2012 - 15:03 Uhr

Alles begann mit Gutenberg

Gutenberg"Gutenbergs Erfindung hat unsere Welt, unser Wissen und damit auch uns selbst verändert. Die Wirkung seiner Arbeit hat fünfhundert Jahre angehalten und ist, soviel können wir sagen, noch nicht ans Ziel gekommen", schreibt der Literaturkritiker Raimund Kemper. Gutenbergs Entwicklung eines Handgießinstruments um 1450 ermöglichte, beliebig viele Lettern einzeln in Metall zu gießen, die in immer neuen Kombinationen wieder verwendbar waren. Die neue Arbeitsweise verdrängte schnell Schreiber und Kopisten und legte den Grundstein für die heutige Informationsgesellschaft und damit auch für das Unternehmen Zeitung.


Debut als Intelligenzblatt

Während die ersten Zeitungen, die Ende des 16., Anfang des 17. Jahrhunderts auf den Markt drängten, politischen und philosophischen Inhalts waren, schlug die Geburtsstunde der so genannten "Intelligenzzettel", worunter Anzeigenblätter zu verstehen sind, erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Als der "Hanauer Anzeiger" 1725 als Vertreter dieser Gattung debütierte, zählte Hanau zu den wenigen Städten in Deutschland, die sich rühmen durften, einen Intelligenzzettel herauszugeben. Noch war in keiner Weise abzusehen, dass diese Zeitung eines Tages auf eine 275-jährige Geschichte zurückblicken und ihr das Renommee gebühren werde, die zweitälteste noch erscheinende Tageszeitung oder die älteste noch existierende Tageszeitung mit Vollredaktion in Deutschland zu sein. Zwei Superlative, die der "Hanauer Anzeiger" heute für sich in Anspruch nehmen kann. Er feierte am 27. September 2000 seinen 275. Geburtstag. Die erste Ausgabe des "Hanauer Anzeigers", der zur Zeit seiner Gründung unter dem Titel "Wochentliche Hanauer Frag- und Anzeigungs-Nachrichten" herausgegeben wurde, hatte sein Verleger und Redakteur Johann Hieronymus Handwerk für den 27. September 1725 angekündigt. Unter der Förderung des Landesherrn Graf Johann Reinhardt erschien das Blatt, dessen Auflage um 180 Exemplare betragen haben soll, einmal wöchentlich an jedem Donnerstag. Das Jahresabonnement kostete einen Gulden, eine Bekanntmachung zwei Albus, umgerechnet zwölf Pfennige. Begrenzt auf das lokale und regionale Umland, diente der Intelligenzzettel zur Schaltung amtlicher Bekanntmachungen und von Anzeigen aller Art. Erster Drucker war Johann Jacob Beausang, seine Offizin lag "an dem Graben neben dem Carpen" an der Südseite des heutigen Freiheitsplatzes.

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